EIN AUFREGENDER TAG IN ST. ANDREWS
An einem Nachmittag im September in St. Andrews anzukommen, wenn klares Wetter herrscht und einen die frische Luft um die Nase weht, und dann keine Runde Golf geplant zu haben, kann ein wenig aufreibend, oder wie heute ein pures Vergnügen sein.
Wir entflohen der Hektik auf der A92 von Edinburgh nach Norden und fuhren entlang der Küste der Grafschaft Fife, um in die richtige Stimmung für unser Wiedersehen mit St. Andrews zu kommen. Auf "der falschen Seite" der Straße fahrend reisten wir gemächlich entlang des Firth of Forth, vorbei an der alten charmanten Dörfern Elie, St. Monans, Anstruther und Crail.
Wir haben sehnsüchtig durch die Tore von
Kingsbarns gesehen, und wir haben uns allemal die Zeit für ein ausgedehntes Mittagessen im Restaurant am neuen Golfplatz, dem
The Castle Course, ein paar Kilometer südöstlich von St. Andrews genommen. Draußen vor dem Fenster sieht man das Doppelgrün der neunten und achtzehnten Spielbahn, das wie ein grüner Infinity Pool auf die Nordsee hinaus aussieht.
Aber der
The Castle Course kann ein paar Tage warten. Im Moment tun wir alles, um den Puls für unsere Runde auf dem
The Old Course am nächsten Morgen niedrig zu halten.
Die Tatsache, dass wir schon ein paar Mal in St Andrews waren, aber nicht den
The Old Course gespielt haben, kann wohl als etwas ungewöhnlich angesehen werden. Wir haben praktisch nahezu alle Golfplätze in der Gegend gespielt, aber nie den
The Old Course. Jedes Jahr hingen wir an den Zäunen am ersten Abschlag und dem achtzehnten Grün, doch haben wir nie einen der ältesten Golfplätze gespielt.
Diesmal ist es anders.
Dieses Mal bekamen wir eine Abschlagzeit.
Auf dem Bildschirm des St. Andrews Trusts unten am ersten Abschlag schimmern unsere Namen in der Dämmerung. Es fühlt sich beängstigend an, eine Mischung aus Vorfreude und Nervosität.
Genau wie in den letzten Jahren lassen wir den ersten Tag in St. Andrews in dem wunderschönen und relativ neu eröffneten The Seafood Restaurant ausklingen. Das Restaurant erhielt im Jahre 2005 eine Auszeichnung als Schottlands bestes Restaurant seiner Kategorie und liegt wie ein Glaskasten knapp oberhalb der Klippen hinter dem Golf Museum.
Nach den Krebsen aus Pittenweem und gutem Champagner gehen wir die 90 Schritte in unsere Wohnung in Gillespie Wynd, wo wir untergebracht sind.
Die Nervosität darüber, dass man auf dem
The Old Course spielt, gipfelt sich immer am ersten Abschlag. Manchmal passiert dies vielleicht auch am Abschlag und bei der Annäherung auf der achtzehnten Spielbahn, aber in den meisten Fällen ist die Freude so groß, dass wir einfach keine Lust haben, nervös zu sein. Es gibt aber so viele Geschichten über das, was sich am ersten Abschlag im Laufe der Jahre zugetragen hat, dass es zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde, um sich in diese zu vertiefen, aber sie alle beschäftigen sich mit Misserfolgen.
In all seinen Formen ...
Duffs, schnelle Hooks, Slices ins Aus über den Zaun oder ähnliches.
Der Starter hat sie alle gesehen.
Alle Nervosität, die die Golfer rund um den ersten Abschlag der ersten Spielbahn in St. Andrews durchleben, verzehnfacht sich. Es gibt keinen anderen Golfplatz auf der Welt, auf dem die Spieler am ersten Abschlag so zittrig sind.
Dass man große Angst am ersten Abschlag hat, können wir am nächsten Morgen bezeugen.
Unsere Startzeit gibt uns genügend Zeit, um die Japaner, Briten und Skandinavier zu studieren, aber vor allem die Amerikaner schicken die Bälle kreuz und quer über die enorme Rasenfläche, die das erste und achtzehnte Fairways bilden. Die Wahrheit ist, dass es nicht viele andere erste Löcher auf der Welt geben kann, die dem Spieler so viel Fläche zum Abschlagen bieten.
Es beruhigt uns, all diese Spieler zu sehn, die auf den
The Old Course hinausgehen... zunächst einmal. Wenn sie es können, können wir es auch. Man ist offenbar noch nicht aufgrund eines Duffs, Slices oder Hooks vom Platz genommen worden.
Aber das Herzklopfen kommt unweigerlich, wenn unsere Namen aufgerufen werden. Der Starter, der wahrscheinlich einen Kurs belegt hat, um nervöse Golfer auf dem ersten Abschlag zu beruhigen, empfängt uns herzlich mit einem lauten Lachen, das uns sicher macht, dass wir am Abschlag keine Katastrophe erleben. Nach der Annäherung über den Swilcan Burn hat sich die Nervosität gelegt, und das Spiel ist reines Vergnügen.
Der
The Old Course ist als Golfplatz betrachtet wie kein anderer, den ich gespielt habe. Er erscheint einem sehr alt; die Spielbahnen kreuzen sich hier und da, die ungewohnten Erfahrungen mit den Doppelgrüns.
Der Platz ist am schönsten an dem Punkt, wo es wieder zurück geht. Er ist am großartigsten auf den beiden letzten Löchern. Es zu schaffen, auf dem siebzehnten Loch über das Hotel zu schlagen, wie man es im Fernsehen sehen konnte, ist märchenhaft. Der Versuch, den teuflischen Grünbunker am gleichen Loch aus dem Spiel zu halten, ist unglaublich spannend.
Die Erlebnisse auf dem
The Old Course unterscheiden sich sehr von den anderen zauberhaften Golferfahrungen, die wir während unserer Zeit in St Andrews machen.
Wir spielen den neu renovierten
The Duke’s, auf dem keiner von uns jemals mehr als 30 Punkte erreicht hat. Wir kämpfen uns auf dem
The New Course im strömenden Regen und im Wind über die schönste Runde unserer Reise, einem Wettkampf, der bis zum achtzehnten Loch dauert. Wir machen etwas Geld locker und verbringen einen ganzen Tag auf dem fabelhaften
Kingsbarns. Wenn man von morgens bis in die Nacht in
Kingsbarns ist und zwei Runden spielt, das fühlt sich wirklich an, als ob man einen kleinen Vorgeschmack auf das Paradies bekommt. Ein Ort, den Sie nie wieder wirklich verlassen wollen.
Die Tatsache, dass wir es endlich geschafft haben, die historische Runde Golf auf dem
The Old Course zu spielen, fühlt sich wunderbar an. Aber es ist mehr als nur ein unvergessliches Golferlebnis, ich glaube, es vereint alle Gefühle, die wir für St. Andrews hegen, als eine Stadt und einen Ort. St. Andrews ist so viel mehr als der
The Old Course, so sehr viel mehr.
St. Andrews ist eine Kleinstadt, in der ich es lieben würde, meine Zeit ungeachtet des Golfs zu verbringen.
In St. Andrews habe ich oft lange Zeiten an den Schaufenstern von Agenturen verbracht und von einem kleinen Appartement geträumt, dass man renovieren und in Ordnung bringen konnte, und wo meine Freunde kommen und gehen konnten und mich hinunter auf den Heideplatz begleiten konnten.
Golf wurde immer unwichtiger auf unseren Reisen hierher. Wir sprechen oft darüber, mehr Zeit zu finden, um in die Stadt zu bummeln, in einem der Cafés zu sitzen, einen Spaziergang entlang des meilenlangen West Sands Strandes mit einem Hund zu machen oder einfach nur am
The Old Course herumzuhängen und die Annäherungen und Abschläge zu belächeln oder zu bewundern.
Im vergangenen Herbst nahm ich mir die Freiheit, zwei Wochen in dieser wunderschönen Stadt zu verbringen.
Nach der Lektüre des wunderbaren Buches " Two Years in St. Andrews: At Home on the 18th Hole" von George Peper, der 25 Jahre lang der Chefredakteur des Golf Magazine war, habe ich mir gedacht, dass zwei Jahren schwierig werden können - zwei Wochen aber auf jeden Fall ein kleiner Schritt zu dem Traum war, mehr Zeit in St Andrews zu verbringen.
"The Auld Grey Toon"(Die alte graue Stadt), wie St. Andrews oft genannt wird, liegt sehr weit draußen auf der schönen Halbinsel Fife. Aber was St. Andrews von all den anderen Ortschaften unterscheidet, nicht noch ein weiteres müdes und verschlafenes Dorf zu sein, ist nämlich, dass es die älteste Universität Schottlands beherbergt.
Die Stadt ist voller Leben und Bewegung, Kultur und Küche, Cafés und Kunst. Der Grund dafür sind eindeutig die mehr als 7.000 Studenten, die diese im Jahre 1413 gegründete Universität besuchen.
Wir haben die meisten der Startzeiten nach dem Mittagessen gebucht, um in Ruhe und Frieden in der Stadt herumbummeln zu können, zu Mittag im Club zu essen und noch viel Zeit zu haben, bevor wir in der Wohnung das Abendessen kochen oder in die Stadt gehen, um Restaurant zum Essen zu finden. Wir haben uns endlich Zeit gelassen, um nicht nur von und zu den Golfplätzen zu rasen, sondern wir können noch still die Atmosphäre aufsaugen, die auf dem ganzen Weg vom berühmten Clubhaus des R & As vorbei an The Scores bis zum alten Hafen, von wo wir einen Blick auf den neuen
The Castle Course haben, herrscht. Oder die Market Street hinauf- und hinunterlaufen, in die kleinen Gassen schauen, oder bei einem der Pubs auf ein Bier stehen bleiben.
Eines Nachts treffen wir wirklich George Peper, Golf-Chefredakteur, der sein Haus außerhalb von New York verkauft und eine Wohnung am The Links gekauft hat, am 18. Loch auf dem
The Old Course. Er trägt einen Smoking und ist mit zwei Hunden am 18. Loch zu Fuß unterwegs!
Ich denke darüber nach, es zu machen wie Mr. Peper - sich ein Leben in St. Andrews einzurichten.
Hmmm, das Pfund ist spottbillig, ich habe einen Hund für den Strand, die Kinder sind anpassungsfähig, die Frau liebt es zu wandern, und was ist schöner als die Küste von Fife? Es gibt nur die Sache mit der Arbeit ...
Aber all dies ist säkular und sollte lösbar sein.
Die große Frage ist, wie man die Herausforderung lösen kann,
Kingsbarns so oft wie möglich bei überschaubaren Greenfee-Preisen zu spielen...
Von Henry Meerburg
FÜNF GOLFPLÄTZE IN ST. ANDREWS
Es gibt rund 10 wirklich herrliche Golfplätze in und um die Stadt St. Andrews. Wir haben die fünf ausgewählt, die man unbedingt spielen sollte, wenn man das Beste in St. Andrews erleben will ...

The Old Course
Rating: 4
Golfplatzarchitekt: Unbekannt
Baujahr: unbekannt
Bewertung: Die weltweit älteste Golfplatz. Atmosphäre und Erlebnis. Muss natürlich eininge male it in einem wahren Golferleben gespielt werden.
Greenfee: GBP 140 (ca. EUR 160.-)
The New Course (Foto Getty Images)
Rating: 4
Golfplatzarchitekt: Old Tom Morris
Baujahr: 1895
Bewertung: Es wird gesagt, dass es der Lieblingsplatz der Bewohner der Stadt ist. Ein bisschen schmaler und deutlicher im Profil als der berühmtere Nachbarplatz, der Old Course.
Greenfee: GBP 70 (ca. EUR 80.-)
The Jubilee Course (Foto Getty Images)
Rating: 5
Golfplatzarchitekten: Angus / Auchterlonie / Steel
Baujahr: 1897
Bewertung: wird als die härteste Herausforderung unter den Golfplätzen auf der Moorlandschaft um St. Andrews betrachtet.
Greenfee: GBP 70 (ca. EUR 80.-)
The Castle Course (Foto Getty Images)
Rating: 4
Golfplatzarchitekt: David Kidd
Baujahr: 2008
Bewertung: Die neueste Ergänzung zu den Golfplätzen in St. Andrews. Eröffnung für den Spielbetrieb im Jahr 2008. Ein Meisterwerk mit herrlichem Blick auf das Meer und die Stadt.
Greenfee: GBP 120 (ca. EUR 136.-)
Kingbarns
Rating: 5
Golfplatzarchitekten: Mark Parsinen / Kyle Phillips
Baujahr: 2000
Bewertung: Die weltweit teuersten "Pay and Play" Golfplatz? Keine Mitglieder, aber eine einzigartiges Golf-Erlebnis für diejenigen, die bereit sind zu zahlen. Das Meer kann man an jedem Loch riechen und sehen.
Greenfee: GBP 185 (ca. EUR 210.-)